2009 Connecting Link Wien
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2009
Entwurf: Arch(r.) DI Helmut Schober, Christian Pichlkastner
Tragwerksplanung: Structural Design Olipitz
Auslober: Stadt Wien

Der Standort befindet sich in einem historischen Umfeld, das aus Denkmalschutzgründen einen sensiblen Umgang mit dem Bestand erfordert. Im begehbaren Zustand stellt der Entwurf die Dominanz der Urania einerseits sowie der Radetzkybrücke andererseits nicht in Frage. Bewusst wird auf eine zweiteilige Ausführung des Brückenkörpers verzichtet, um Interventionen auf Uraniaseite möglichst gering zu halten. Sämtliche mechanische Einrichtungen zum Klappen der Brücke werden auf Hermannparkseite konzentriert. Durch die Spannweite von annähernd 50m wird im aufgeklappten Zustand zumindest temporär mit der Höhenentwicklung und - was gleichbedeutend ist - mit den Wertigkeiten der umgebenden Gebäude (Urania, Uniqa-Tower, Finanzministerium) gespielt. Es entsteht eine temporäre Skulptur, die von ihrer Umgebung als Landmark wahrgenommen wird. Die Brücke ist im Kippzustand als Waagebalken mit Gegengewicht wirksam. Das Kragverhältnis beträgt 8:1. Im völlig gekippten Zustand (87°) wirkt die Brücke als Skulptur, wobei hierfür eine zusätzliche mechanische Fixierung vorgesehen ist. Im Arretierungszustand ist die Brücke als einseitig eingespannter Balken mit frei aufliegendem Ende konzipiert. Die Fixierhydraulik auf der Hermannparkseite ermöglicht die Aufnahme des Einspannmomentes. Die Brücke mit einer Länge von 48m wird als Fachwerkskonstruktion mit orthotroper Platte (Fahrbahnblech t=15mm, Längs- und Querrippen) ausgeführt. Die variable Fahrbahnbreite wird durch auskragende Blechschwerter erzeugt, sodass der Fachwerksobergurt mit einheitlicher Breite ausgeführt werden kann. Die Fachwerksstäbe werden aufgrund ihrer komplexen Knotengeometrie aus Rundrohren in Feldabschnitten von e=2400 mm ausgeführt. Die Lagerung auf Seite der Urania wird als bewegliches Auflager ausgebildet. Damit können die Verformungen des Tragwerkes im Öffnungs- und Schließvorgang zwängungsfrei aufgenommen werden. Der Korpus der Fachwerkskonstruktion wird in Anlehnung an den historisch begründeten „Fassadenträger“ (Ohmann und Hackhofer) - „losgelöst von einer statisch determinierten Dimension“ - von einer Membran umspannt. Die Membran wird an den Rändern geklemmt und mittels eines innen liegenden Spannseiles in ihre konkave Form gebracht.

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