2013 A07 Muehlkreisautobahn
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2013
Entwurf: Structural Design Olipitz
Tragwerksplanung:
Auslober:

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GESTALTERISCHES KONZEPT

Die Aufgabe zwei Flussbrücken beidseitig unmittelbar neben der zu erhaltenden, bestehenden Schrägkabelbrücke zu gestalten ergibt für uns folgende gestaltrelevante Kriterien:

-       Es muss eine klare optische Unterscheidung zwischen dem bestehenden und dem neuen Tragwerk ablesbar sein.

-       Beide Tragwerke - das bestehende und das neue - müssen dabei miteinander jedoch ein harmonisches Ganzes ergeben.

-       Die Wahl des Tragsystems muss bei Erfüllung der obigen beiden Punkte auch die wirtschaftlichste Lösung der Aufgabe darstellen.

-       Die durch die Straßenführung der Ausschreibung vorgegebene Funktionalität muss durch  die Gestaltung und Wahl des Tragsystems zu 100% erfüllt werden.

-       Im derzeitigen Zustand in Flussrichtung freigehaltene Uferbereiche dürfen durch die neuen Brückentragwerke nicht weiter als bisher abgesperrt werden. Das heißt die Stützen der neuen Vorlandbrücken werden in der Längsflucht der bestehenden Stützen platziert.

Die Untersuchung der Aufgabe nach obigen Kriterien ergibt zunächst, dass die für die bestehende Brücke getroffene Wahl des Tragsystems zum Zeitpunkt ihrer Errichtung eine sehr wirtschaftliche war:

Es wird von einen asymmetrisch im Flussquerschnitt platzierten Pylon die Flussöffnung mittels einem von Schrägkabel abgespannten Streckträger überspannt. Dabei kommen drei Schrägkabel zur  Anwendung, die im Vorlandbrückenbereich auf der urfarahner Seite die Lasten des Streckträgers via Vorlandstützen in den Grund ableiten. Die Wahl von nur drei Kabeln ist der Errichtungszeit gemäß und ergibt einen relativ steifen Streckträgerquerschnitt.  

Die neuen Bypassbrücken mittels ebenfalls je einem Pylon und einer Schrägseilabspannung über den Fluss zu führen scheint zunächst logisch, ergibt aber bei der Platzierung dieser unmittelbar flussauf- bzw. flussabwärts des bestehenden Pylons nicht nur technische Probleme in Bezug auf die unbedingt geforderte Unabhängigkeit der

Tragsysteme alt und neu im Pfeilerbereich als auch keine zufriedenstellende ästhetische Lösung. In der Flussansicht sind altes und neues Tragwerk nicht voneinander zu trennen und von der Brücke aus entstehen je nach Wahl des Pylontyps für die Bypassbrücken unansehnlich viele, in den Himmel ragende, ziemlich massive und letztendlich verwirrende  Tragelemente.

Nachdem aber, die Dimension des frei zu überbrückenden Flussquerschnittes wirtschaftlich betrachtet, Bogen- und Rahmenbrückensysteme sowie auch die symmetrische Schrägkabelbrücke mit 2 Pylonen ausscheiden, bleibt logischerweise wiederum die asymmetrische Schrägseilbrücke als effizienteste Lösung übrig.

Unser Entwurf sieht nun die Platzierung eines einzelnen A-Pylons auf der Linzer Flussseite vor, der die bestehende Fahrbahn umschließt.

Von diesem werden die beiden Bypassbrücken mit je einer Seilebene abgespannt. Die Seile tragen hierbei alle 16m platzierte Querträger, auf welchen die Brückenfahrbahnen der Bypässe beidseitig der bestehenden Brücke liegen. Die, in den Freiräumen zwischen bestehender Brücke und Bypassbrücken abgehängten, Querträger verlaufen unterhalb des bestehenden Brückenträgers - ohne diesen zu berühren -  durch und kragen von den Abhängestellen beidseitig, sich vertikal verjüngend aus um die Bypass- Fahrbahnlängstragwerke zu tragen.

Um den Streckträger der Bypassbrücken optisch spürbar dünner zu gestalten, wird über der Flussöffnung die „Vielseilabspannung mit relativ weichem Streckträger“ gewählt.

Aus dem Grund in den Flussansichten das neue Tragwerk vom bestehenden gut unterscheiden zu können, entsteht die Entscheidung einer fächerförmigen Abspannung sowie die leichte Neigung des Pylons weg von der Flussmitte, was asymmetrischen Schrägkabelbrücken immer eine zusätzliche Dramatik und Spannung verleiht.

Das Gesamtensemble ergibt nun in den Flussansichten eine Art Symmetrie aus deutlich unterscheidbaren neuem und altem Tragsystem. Und dem Nutzer der Brücke erschließen sich beim Überqueren der Donau logisch nachvollziehbare, harmonische Ansichten bei deutlicher Unterscheidbarkeit von Neu und Alt.

Die gewählte Lösung eines Pylons auf der Linzer Flussseite bietet sowohl gestalterische als auch wirtschaftliche Vorteile für alle möglichen weiteren geplanten Ausbaustufen.

So können bereits für die in einer ersten Stufe geplante Sanierung der bestehenden Voestbrücke die vorhandenen Querträger zur Montage von Wartungsstegen herangezogen werden. Der wesentliche Vorteil liegt jedoch in der Möglichkeit bei einer angedachten Neuerrichtung der Voest Brücke, das neue Tragwerk in die bestehenden Bypässe zu integrieren und damit sogar eine Verbesserung der Gestaltung zu erzielen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der vorliegende Entwurf in allen Phasen des Tragwerkes sowohl wirtschaftlich und funktional als auch gestalterisch ein Optimum

und somit eine nachhaltige Lösung darstellt.

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